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26.01.2024

Im heutigen Beitrag geht es mal wieder um die Segnungen von Magnesium.

Im Folgenden zitiere ich aus der Überblicksarbeit “Magnesium and Pain”, die einen Überblick über den Stand der Forschung hinsichtlich Magnesium bei allen möglichen Arten von Schmerzen gibt.

Ich habe mir einige der Kernsätze aus dem Artikel herausgenommen, grob übersetzt und, wo notwendig, das medizinische Fachchinesisch durch Deutsch ausgetauscht.

Wenn Sie Magnesium ergänzen möchten, empfiehlt sich Magnesiumöl sowie Magnesium-Bisglycinat für optimale Bioverfügbarkeit. Magnesiumöl können Sie mithilfe von Magnesiumchlorid Hexahydrat spottbillig selbst herstellen. Dazu einfach 32 bis 36 g in 500 ml Wasser – idealerweise destilliert – auflösen. Dann nach dem Duschen von Kopf bis Fuß damit einreiben.

Die segensreichen Wirkungen von Magnesium bei Schmerz

Die orale und parenterale (also nicht-orale, etwa intravenöse) Verabreichung von Magnesium kann Schmerzen lindern und den Bedarf an Anästhetika und Analgetika vor, während und nach einer Operation verringern. Überdies kann eine Magnesiumbehandlung Berichten zufolge Fibromyalgie, Kopfschmerzen und akute Migräneanfälle lindern.

Die erste Verwendung von Magnesium in der Medizin geht auf das 17. Jahrhundert zurück. Bittersalz, der Hauptbestandteil von Magnesiumsulfat, wurde zur Behandlung von Beschwerden wie Bauchschmerzen, Verstopfung und Muskelzerrungen eingesetzt. In der modernen Medizin wird Magnesium auch häufig zur Vorbeugung und Behandlung von Schmerzen eingesetzt.

Anästhesisten kannten Magnesiumsulfat bis in jüngster Vergangenheit nicht. Magnesium ist an verschiedenen physiologischen Prozessen im Körper entscheidend beteiligt.

Die erste klinische Studie über die Verabreichung von Magnesiumsulfat während einer Operation wurde 1996 veröffentlicht; seither haben zahlreiche Forscher über die schmerzlindernde Wirkung von Magnesium berichtet. Studien haben gezeigt, dass eine perioperative Dauerinfusion eine wirksame Aufhebung/Unterdrückung von Schmerzen nach einer Operation bewirken kann.

Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit, in der Daten aus 27 randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) mit 1504 Patienten (1966 bis September 2014) analysiert wurden, legt nahe, dass die systemische Verabreichung von Magnesium während der Allgemeinanästhesie die postoperative Schmerzintensität signifikant abschwächt, ohne das Risiko unerwünschter Ereignisse zu erhöhen. Weiterhin wurde gezeigt, dass die Verabreichung von Magnesium den Einsatz von Analgetika bei Patienten, die sich urogenitalen, orthopädischen und kardiovaskulären Operationen unterziehen, signifikant reduziert, den intraoperative Blutfluss verbessert und die Zeit bis zu Extubation (also dem Entfernen des Teils, das man dem Patienten in den Rachen schiebt) bei Patienten, die sich einer kardiovaskulären Operation unterziehen, verkürzt.

Magnesiumsulfat kann nicht nur den Opioidverbrauch senken, sondern auch die Schmerzintensität nach einer Operation verringern.

Die Vorteile von Magnesium können auch bei chirurgischen Patienten zur postoperativen Schmerzkontrolle nach einer Spinalanästhesie genutzt werden. Bei Patienten, die sich einer Hüfttotalendoprothese in Spinalanästhesie unterzogen, war die postoperative Schmerzintensität nach systemischer Verabreichung von Magnesiumsulfat geringer.

Magnesium verstärkte auch die Wirkung der intravenösen Regionalanästhesie (Bier-Block), wenn es mit Lokalanästhetika kombiniert wurde.

Postoperatives Halsweh (POST) ist eine häufige Komplikation nach einer Trachealintubation.

Borazan et al. führten eine randomisierte Studie mit einer oralen Magnesiumlutschtablette durch und berichteten, dass die präoperative Verabreichung einer einmaligen Dosis oralen Magnesiums die Häufigkeit und den Schweregrad von POST verringern kann. Kürzlich wurde berichtet, dass ein magnesiumsulfathaltiges Gurgelmittel die POST wirksam lindert. Außerdem verringerten sich Häufigkeit und Schweregrad der POST, wenn Magnesium präoperativ über einen Vernebler verabreicht wurde.

Akute chirurgische Schmerzen in der unmittelbaren postoperativen Phase sind ein signifikanter Risikofaktor für die Entwicklung chronischer Schmerzen und ein wichtiges Interventionsziel, um das Risiko chronischer postoperativer Schmerzen zu verringern. Oh et al. berichteten, dass perioperativ verabreichtes Magnesiumsulfat sowohl die akuten als auch die chronischen postoperativen Schmerzen linderte. Die Rate der anhaltenden postoperativen Schmerzen ein Jahr nach einer Knietotalendoprothese war bei Patienten, denen Magnesiumsulfat verabreicht wurde, um 62 % niedriger.

Diabetische periphere Neuropathie, eine durch Diabetes mellitus verursachte Komplikation, wird bei 8-16 % der Diabetiker beobachtet. Magnesiumionen sind am Kohlenhydratstoffwechsel und an der Insulinreaktion beteiligt, während Magnesiummangel Berichten zufolge mit endokrinen und metabolischen Störungen zusammenhängt.

Die therapeutische und präventive Rolle von Magnesium bei diabetischer peripherer Neuropathie wurde in mehreren Studien nachgewiesen. Eine orale Magnesiumsupplementierung verhinderte gesteigerte Schmerzempfindlichkeit, thermische Schmerzüberempfindlichkeit und mechanische Überempfindlichkeit in diabetischen Rattenmodellen durch Blockierung von NMDA-Rezeptoren.

Fibromyalgie ist ein häufiges chronisches Schmerzsyndrom ohne spezifische Ätiologie, das mit Müdigkeit, Depressionen und Schlafstörungen einhergeht. Mehrere Studien untersuchten den Zusammenhang zwischen der elementaren Zusammensetzung des Körpers und klinischen Parametern bei Patienten mit Fibromyalgie. Sie wiesen im Vergleich zu normalen Kontrollpersonen niedrige Magnesiumwerte auf. Ferner war die Magnesiumzufuhr über die Nahrung bei Fibromyalgie-Patienten geringer. Magnesiummangel kann die Konzentration von Substanz P erhöhen, die mit der Schmerzintensität der Fibromyalgie in Zusammenhang steht. Es wird daher angenommen, dass Magnesium zur Linderung der Symptome bei Fibromyalgie-Patienten beitragen kann.

Unter Kopfschmerzen versteht man Schmerzen im Kopf-, Gesichts- und Halsbereich. Am häufigsten sind Spannungskopfschmerzen und Migräne. Es wird vermutet, dass Magnesium eine zentrale Rolle bei der Entstehung dieser beiden Arten von Kopfschmerzen spielt.

Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass eine Magnesiumsupplementierung für die Behandlung oder Prophylaxe von Migränekopfschmerzen nützlich ist. Nach der Verabreichung von Magnesium ging die Häufigkeit von Migräneanfällen deutlich zurück, obwohl es auch ein gegenteiliges Ergebnis gab, bei dem Magnesium keine Wirkung auf Migräne hatte.

Kopfschmerzen vom Spannungstyp sind in der Regel beidseitig und verteilen sich über den gesamten Kopf, die Stirn und den Nacken. Die genauen Ursachen sind nicht bekannt; eine Behandlung mit Magnesium verbesserte Berichten zufolge die Symptome von episodischen oder chronischen Kopfschmerzen vom Spannungstyp für mindestens ein Jahr.

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